Polizeieinsatz gegen Straßenmusiker

Die seit dem 1. August auf Straßenkunst ausgedehnte Sondernutzungssatzung der Stadt Dresden hat Folgen. So kam es am Nachmittag des 26. Augusts zu einem befremdlichen Polizeieinsatz gegen einen Straßenmusiker in der Prager Straße.

Der Einsatz, der mutmaßlich der Personalienfeststellung dienen sollte, lief aus dem Ruder, nachdem zahlreiche Passanten Partei für den Betroffenen zu ergreifen begannen. Die eingesetzten Polizisten und ein privater Sicherheitsdienst verbrachten daraufhin den Betroffenen ins Polizeirevier Dresden Mitte.

Für die Interessengemeinschaft Freiräume und die Initiative Artists of Dresden ist die Härte, mit der die Sondernutzungssatzung durchgesetzt wird, unverständlich und wird scharf verurteilt. Die Straßenkunstverordnung hat zum Ziel, Lärmbeschwerden gerecht zu werden. Eine derartige Entfernung von Straßenkünstlern mittels der Polizei schießt indes weit über das Ziel hinaus.

Weitere Informationen sowie ein Gedächtnisprotokoll des Betroffenen befinden sich auf der Webseite der IG Freiräume.

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5.000 Unterschriften erreicht

english version below

Am Mittwoch, den 6. August hat die Initiative „Artists of Dresden“ ihr selbst gestecktes Ziel erreicht, 5.000 Unterschriften für ihre Petition gegen die neue Straßenkunstverordnung zu sammeln.

Die Petition fordert die Aufhebung der neuen Regulierung und den Beginn einer Kooperation zwischen der Künstlergemeinde und der Stadtverwaltung, damit gemeinsam eine sinnvolle Gesetzeslage geschaffen werden kann. Das Erreichen der 5.000 Unterschriften nach nur knapp 3 Wochen Laufzeit zeigt auf, wie sehr sowohl DresdnerInnen als auch Besucher der Kulturstadt, welche beide gleichermaßen unterschrieben haben, die Straßenkunst schätzen und die neue Reglementierung ablehnen. Der Oberbürgermeisterin sollte damit klar sein, dass ihre Verordnung nicht gewollt ist.

Die Petition kann weiterhin unterschrieben werden, solange die derzeitige Verordnung noch in Kraft ist.


On Wedneday, 6th August the initiative „Artists of Dresden“ reached their aim of 5,000 signatures for their petition against the new regulations of street art.

The petition claims the immediate stop of the regulation and the start of an open discussion between the artists and the city administration, so that there’ll be the chance for working on a regulation together, which will be reasonable for both sides.

Reaching that aim of 5,000 signatures after barely 3 weeks shows that both residents of Dresden as well as visitors of the cultural city appreciate the street art and refuse the new regulation. Now it should be clear to the senior mayor that her new rules are not wanted.

The petition can still get signed as long as the new regulation is still running.

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Offener Brief an OB Helma Orosz

english version below

Die Straßenkünstlerinnen und -künstler wenden sich in einem Offenen Brief an die Oberbürgermeisterin und fordern sie auf, die ab 1. August gültige Straßenkunstverordnung auszusetzen. Gleichzeitig wünschen sie sich die Aufnahme des Dialogs mit allen Beteiligten, um eine Regelung zu finden, die allen zugute kommt und Dresden als Kulturstadt gerecht wird.

Neben den Betroffenen unterstützen als Erstunterzeichnende mehrere Stadträte der Grünen, der Linken, der Piraten und der SPD den Offenen Brief, sowie die Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen und der Studententrat der HfBK Dresden. Der Brief sucht noch weitere Unterzeichnerinnen und Unterzeichner.

Vergesst nicht, unsere Petition zu unterzeichnen und verbreitet den Aufruf zur Demo am Freitag.


The street artists are making an approach to the senior mayor with an open letter requesting that the upcoming regulations for street art and music, valid from 1st August on, are retracted. At the same time they ask for an establishment of the dialogue with everyone involved, to find a system that is for the good of everyone and that fits to Dresden as a Capital of culture.

Besides the already involved persons, other first signatures from several members of the city council, including members of the Piratenpartei, SPD, Grüne and Linke, support the letter. As well as Eva Jähnigen, member of the state parliament, and the student council of the HfBK Dresden. More signatures are needed to have a bigger impact!

And please don’t forget to sign our petition and spread the word about our demonstration on friday.

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Große Demo für und mit Straßenkunst am 1. August

CC BY 2.0 David Shankbone https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/legalcode

english version

Wir rufen zur Demo für die Abschaffung der neuen Straßenkunstverordnung am 1. August um 13:30 Uhr ab Alaunpark auf. Wir laufen durch die Innenstadt und werden am Albertplatz, auf dem Schloßplatz und auf der Prager Straße kurze Kundgebungen abhalten. Um 16 Uhr endet die Demo auf dem Neumarkt in einer Kundgebung bis in die Nacht hinein, wo die Straßenkünstler und -künstlerinnen noch einmal ihre künstlerischen Fähigkeiten aufzeigen werden.


We call out on a demonstration for the abolition of the new regulations for street art. The demonstration will take place on the 1st of August 1.30pm. We’ll start at Alaunpark and will then walk through the city center. There’ll be stops for short announcements at Albertplatz, Schloßplatz and in Prager Straße. At 4pm the demonstration will end on Neumarkt with a rally until night time where once more the street artists will show their amazing kinds of art.

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Brief an Frau Orosz

Folgender Brief ging bereits am Wochenende an die Oberbürgermeisterin und wurde uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Denkt daran, die Petition zu unterschreiben.

This letter was addressed to senior mayor Helma Orosz. The sender allowed us to post it here. Please sign our petition.

Sehr geehrt Frau Orosz,

heute bin ich an der Mitte meines kurzen Urlaubs in Dresden angekommen. Dresden ist eine wunderschöne Stadt und hat vieles zu bieten. So habe auch ich vieles gesehen: Dazu gehören natürlich die Klassiker, wie die Frauenkirche, die Semperoper oder die Kreuzkirche. Auch die ein oder andere Ausstellung wie die alten Meister, das Hygienemuseum und das mathematisch-physikalische Museum (was ich besonders interessant fand) gehörten dazu. Aber auch einfach das Flanieren durch die großen Plätze und Straßen der Stadt und vor allem durch die etwas vom Tourismus abseits gelegenen Straßen und Gassen macht bisher viel Spaß. Eines viel mir positiv auf: Gerade auf den belebten Plätzen weilte der ein oder andere Straßenmusiker oder Kleinkünstler, der sein Programm dargeboten hat. Da war z. B. ein Gitarrenspieler, ein fantastischer Xylofonspieler, ein weniger begabter russischer Sänger (über Geschmack lässt sich streiten) oder eine lebende Statur. Doch der Höhepunkt kam heute Abend: Vor der Frauenkirche boten einige Feuerkünstler eine absolut fantastische Show da. Doch diese wurde mitten drin, und das ist der Grund warum ich Ihnen noch heute Abend schreibe, unterbrochen. Die Künstler machten in dieser Unterbrechung deutlich, dass die Stadt Dresden ihnen die Auftrittsbedingungen so erschweren will, dass es für sie nicht mehr möglich ist, vernünftig ihre Darbietung zu unterbreiten. Die Stadt Dresden hat eine neue Verordnung erlassen, die durch zahlreiche Einschränkungen den Künstlern das Leben schwer macht.

Dieses ist für mich absolut unverständlich. Warum ist dieses so? Welche Gründe gibt es? Ja, auch ich habe bei den Künstlern eine halbe Stunde verweilt und bin dadurch erst etwas später durch die „Freßgassen“ von Dresden gezogen, doch es kann doch nicht sein, dass Sie alles dem Kommerz unterordnen, oder? Den Charme einer Stadt wie Dresden macht es eben auch aus, dass nicht alles zu 100% auf Wirtschaftlichkeit ausgelegt ist und dass gerade auch Kleinkünstler das Leben bereichern. Klar, wie ich gerade geschildert habe, bin auch ich einige Minuten später in die Gastronomie eingekehrt und vielleicht habe ich wirklich ein Bier weniger getrunken. Doch ich überlege mir durchaus, ob ich wiederkomme. Der „Gewinn“ ist dadurch für die Stadt viel größer, als das eine Bier, was ich weniger getrunken habe. Nach München, eine Stadt, die ich auch besucht habe, werde ich z.B. für einen Kurzurlaub nicht mehr fahren. München ist schön, ohne Frage. Doch die Stadt ist klinisch so rein und so schön, ohne Bettler, ohne Straßenmusiker und ohne Flaschensammler, dass diese Sterilität abstoßend wirkt. Lassen Sie Dresden im Ordnungswahn nicht so ersticken, wie es München gemacht hat! Über eine Antwort, dass Sie mein Anliegen ernst nehmen, würde ich mich freuen. Noch mehr freuen würde ich mich, wenn Sie die Verordnung zurücknehmen. Sollte dieses der Fall sein, schreiben Sie mir, ich komme dann im nächsten Sommer wieder und sehe mir dann die ganze Feuershow vor der Frauenkirche an und versprochen, ich trinke trotzdem mein Bier in der Freßgasse.

Mit freundlichen Grüßen

Gockel

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Straßenkünstler befragen Straßenkünstler

english version

Wir wollen die neue Verordnung der Oberbürgermeisterin nicht, sehen aber eine Regulierung ebenfalls als notwendig an. Da die Stadtverwaltung den Dialog im Moment offensichtlich nicht für notwendig hält, befragen wir die Dresdner Straßenkünstlerinnen und -künstler direkt und suchen den Kontakt auch zu Geschäftstreibenden vor Ort. Damit versuchen wir eine ausgewogene Regelung zu erarbeiten.

Dazu haben wir einen Fragebogen ausgearbeitet. Wenn ihr eine eigene Meinung zur Straßenkunst habt, beantwortet ihn selbst und schickt uns die Antworten samt einer Beschreibung von euch per E-Mail.

Außerdem suchen wir Menschen, die unseren Straßenkünstlern helfen, während ihrer Shows Unterschriften zu sammeln und dem Publikum zu erklären, welche gravierenden Konsequenzen die Neuregulierung mit sich bringt.


We want to stop the new regulation for street art of senior mayor Helma Orosz. Indeed we want a regulation that fits everybodies need. As the city admnistration doesn’t talk with artists, merchants and residents, we decided to collect opinions from artists and try to get in touch with the local business as well, to design an alternative, well-balanced regulation.

We designed a question sheet. If you want to give us your opinion, e-mail your answers with a short description who you are.

Additionally the artists are looking for people that can help to spread the flyers and informations about the upcoming regulation and collect signatures during the shows.

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Vielfältige Kultur und viel Verständnis

Kundgebung vor der Frauenkirche

english version

Am gestrigen Samstag demonstrierten über 50 Künstlerinnen und Künstler vor über 1.000 Zuschauenden, was Straßenkunst in Dresden bedeutet. Sie zeigten eindrucksvoll, dass die Dresdner Innenstadt erst duch Akrobatik, Jonglage, Seifenblasen, Feuershows und Musik vom Streichquartett bis zur Jam-Session bunt und vielfältig wird.

Sehr viel Zuspruch gab es vom Publikum. Das beweisen nicht nur die 885 über den Tag gesammelten Unterschriften, sondern auch die vielen ungläubigen Fragen, die Wünsche für Erfolg und Glück und das Kopfschütteln über die Eigenmächtigkeit der Oberbürgermeisterin. Häufig fiel der Satz, dass die Straßenkunst ein wichtiger Bestandteil Dresdens ist und einen hohen Stellenwert für die Dresdner Gäste besitzt.

Wir werden weiter daran arbeiten, die Verordnung in der jetzigen Form abzuschaffen um eine Regelung zu finden, die allen hilft. Unterstütze uns mit deiner Unterschrift.

Bilder


On saturday over 50 artists demonstrated the meaning of street art for Dresden in front of more than 1,000 spectators.  They clearly displayed  that Dresden is enriched through the acrobatics, juggling, bubbles, fire shows and music which were performed by a wide variety of people..

The support of the audience was great: 885 of them signed the petition and most of them wished success and good luck for stopping the regulations. Many said that street art is an important part of Dresden and has a high priority for the city’s guests.

We will continue to fight against the regulation in its current form in order to find a solution that suits everyone. Help us with your signature.

Pictures

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