Stellungnahme zur „Überarbeitung“ der Straßenkunstregulierung

Nach nun mehr als drei Monaten intensiver Kommunikationsversuche der Künstlerszene mit der Stadtverwaltung kam es im Prozess der Neuregulierung der Straßenkunst in der Dresdner Innenstadt zu einem Runden Tisch, der seitens der Straßenkünstler als Mißerfolg gewertet wird und ein weiteres Mal eine mangelnde Bereitschaft der Stadtverwaltung aufzeigte, eine sinnvolle Ausarbeitung der Neuregulierung in einer tatsächlichen Kooperation mit den Betroffenen zu gestalten. Damit vertut die Stadtverwaltung ihre Möglichkeiten die verfügbaren Ansprechpartner aus der Szene der Straßenkünstler ernst zu nehmen und einzubinden. Statt dessen ist eine Anpassung der bestehenden Regelung angedacht, wobei Künstlern lediglich die Möglichkeit geboten wird, zusätzliche Standorte für Straßenkunst vorzuschlagen.

Ein solches Vorgehen ist nicht im Sinne einer offenen Kultur und Kunst wie sie Dresden zusteht!

Aus diesem Grund verweigern wir als Initiative eine einfache „Überarbeitung“ der bestehenden Regulierung und fordern eine Berücksichtigung unseres novellierten, eigenen Regulierungsvorschlages, welcher in ähnlicher Form bereits Anfang August von uns veröffentlicht wurde. In dieser Novellierung berücksichtigen wir verstärkt die von der Stadt in den Vordergrund gerückte Kontrollierbarkeit, beziehen uns dabei aber ausschließlich auf „Straßenmusik“, so wie es die Sondernutzungssatzung der Stadt Dresden fordert. Als solche verstehen wir in diesem Zusammenhang nur die Künste die Musik beinhalten und damit auch eine tatsächliche Belästigung darstellen können.

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2 Kommentare

  1. In zunehmend faschistischer agierenden Städten, in einem zunnehmend faschistischer agierenden Staat sollten Künstler überhaupt nicht auftreten, um der Öffentlichkeit kein falsches Bild zu vermitteln! Aber schweigen sollten sie nicht!
    Was ist zu tun:
    1. Abstimmung mit den Füßen! (Wie zu Heines Zeiten!) Wenn sich das Volk mit seinen Künstlern nicht solidarisiert, warum sollten sich dann die Künstler mit diesem Volke solidarisieren? Innere, oder äußere Emigtration ist dann der richtige Weg, um sich vor weiterem Schaden zu schützen.
    2. Dokumentation und künstlerische Gestaltung des Erlebten und der vorgefundenen und als verworfen zurückgelassenen Zustände! (Mehr Macht hat ein Künstler nur selten!)
    3. Politische und wirtschaftliche (Selbst-) Organisation der betroffenen Künstler (und der sich mit ihnen Solidarisierenden Bürger!) im Ausland zwecks Überwindung der Mißstände im Heimatland – auch das ist Globalisierung!
    4. Notfalls: Rückzug der Kunst in den privaten Raum (der ja durchaus nicht so wirkungslos agieren muß, wie mancher glaubt – eben jene Lobbies, die die Einschränkung der Künste betreiben, machen es den Künstlern ja geradezu vor – denn von denen ist auf der Straße noch nie etwas zu sehen gewesen – die agieren ausschließlich „hintenrum“)

  2. „die von der Stadt in den Vordergrund gerückte Kontrollierbarkeit, “

    Das ist ein glatter Bruch des Grundgesetzes (und einer gesicherten Rechtsprechung!), das die Freiheit der Künste ausdrücklich festschreibt.

    Deutlicher konnte eine Verwaltung nicht zum Ausdruck bringen, was sie von den rechtlichen Grundlagen unserer Gesellschaft hält und wie sie bereit ist, diese zu „respektieren“ …

    Dies sollte ernste personelle Konsequenzen haben! Denn hier geht es nicht nur um Kunst, sondern um die aufrechterhaltung von Rechtsfrieden, Landfrieden, Rechtsstaatlichkeit, Freiheitlichkeit und Demokratie.

    Wer Straßenmusik verbietet, macht die Unterschicht mundtot und provoziert damit Klassenkampf!

    Konstruktiv ist DAS nicht! Eher: Repressiv!

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